Tanzlexikon

Hier kannst Du über die Geschichte und Eigenschaften der verschiedenen Tänze der Swing-Richtung lesen und ein paar Beispiel-Videos anschauen! Viel Spaß!

Swing

Mit Swing wird eine ganze Familie von Tänzen bezeichnet, die ungefähr ab 1930 in den USA bekannt geworden sind.

Swing ist ein Rhythmus, der sich aus schwarzen Afro-Rhythmus (Yoruba und Bantu, von den aus Afrika importierten Sklaven in die USA gebracht) und weißer Marschmusik (von den europäischen Einwanderern) bildete und in allen älteren Formen der Jazzmusik vorherrscht. Der Tanz entstand in den 1920er Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swingmusik weiterentwickelten.

Der Swing wird meist auf acht (eight-count, v. a. Lindy Hop, Charleston, Cakewalk, Big Apple etc.), manchmal aber auch auf sechs (six-count, v. a. East-Coast-Swing) Zählzeiten getanzt. In den meisten Swing-Richtungen sind sowohl six-count- als auch eight-count-Schritte möglich.

Die Energie des Tanzes, die jazztypische Improvisation und die Offenheit für andere musikalische und tänzerische Einflüsse hat zu einem weiten Spektrum an typischen Bewegungselementen geführt, das sich bis heute weiter entwickelt und erweitert. Die ursprüngliche Variante des Tanzes stammt aus dem Tanztempel “Savoy Ballroom” in Harlem (New York) und wurde als Lindy Hop oder Savoy-Style-Swing bezeichnet. Bei der weiteren Verbreitung wurden Einflüsse anderer Tänze wie Collegiate Shag aufgenommen. Die bekannteste Variante ist der Hollywood-Style Swing. Er wurde vor allem für die Filmindustrie in Hollywood getanzt und heißt nach seinem ersten Vertreter auch Dean-Collins-Style. Um die Wende der 40er/50er Jahre entstanden, war er das weiße Pendant zum „schwarzen“ Savoy-Style.

Mit Rock ’n’ Roll, Disko-Kultur und dem Niedergang der Big Bands verlor der Swing an Beliebtheit. Reste hielten sich im East- bzw. West-Coast-Swing in den USA, im LeRock in Frankreich und Großbritannien. Im Jive, einem der fünf latein-amerikanischen Tänze, wurden einige der Grundelemente des Swing für den europäischen Turniertanz normiert. Seit etwa 1985 gibt es ein Lindy Hop-Revival, das in Europa von Schweden ausging. Dort findet auch einer der alljährlichen internationalen Swing-Höhepunkte – ein 4-wöchiger Swing-Workshop in Herräng – statt.

Lindy Hop

Lindy Hop ist ein Tanzstil aus den 1920er, 30er und 40er Jahren in den USA, der als Vorläufer der Tänze Jive, Boogie-Woogie und des akrobatischen Rock ’n’ Roll gilt. Er gilt als der ursprüngliche Swing-Tanz.

Die Wurzeln des Lindy Hop liegen im Charleston, Break-Away und Stepptanz, aber auch anderen Jazz-, traditionellen westafrikanischen, und auch europäischen Tänzen. Als Gesellschaftstanz wird er vor allem zu zweit getanzt, wobei der Spaß an der Harmonie, dem Austausch von Bewegungsideen während des Tanzes und an der Musikinterpretation im Vordergrund steht.

Der Tanz entstand Ende der 1920er-Jahre in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, die die Jazzmusik zur orchestralen Swing-Musik weiterentwickelten. Eine besondere Bedeutung kommt dem damals größten Ballsaal, dem Savoy Ballroom in Harlem zu. Er war für alle Bevölkerungsschichten und Hautfarben offen, ein Schmelztiegel verschiedenster Tanzkulturen, in dem sich der Lindy Hop zu einer besonderen Attraktion entwickelte. Er zog Prominenz und High Society ins Savoy, was ihm über Harlem hinaus Beachtung verschaffte.

Bekannt wurde der Tanz unter anderem durch Tanz-Formationen wie die Whitey's Lindy Hoppers, die den Tanz-Stil in den 1930er- und 1940er-Jahren auf Bühnen und Kino-Leinwände brachten. Frankie Manning war lange Zeit tänzerischer Kopf dieser Truppe. Er entwickelte unter anderem die ersten „Aerials“ (mit der Musik synchronisierte, nahtlos in den Tanz eingestreute Paar-Akrobatiken und Hebefiguren). Ein Beispiel einer Inszenierung enthält der Film In der Hölle ist der Teufel los! (Hellzapoppin' ) von 1941, in dem die Whitey's Lindy Hoppers als „Harlem Congeroo Dancers“ in den Credits genannt werden.

Charleston / Authentic Jazz

Der Charleston ist ein US-amerikanischer Gesellschaftstanz des 20. Jahrhunderts. Er wurde nach der Hafenstadt Charleston in South Carolina benannt. Die von dem Pianisten und Komponisten James P. Johnson komponierte Jazz-Melodie The Charleston, 1923 erstmals in dem Broadway-Musical Running Wild aufgeführt, verhalf dem Tanz in den USA und in der Welt zu großer Popularität. In Europa wurde er 1925 durch Josephine Baker bekannt. Obwohl der Tanz ursprünglich von Afroamerikanern entwickelt wurde, konnte er sich in den USA schnell als weißer Gesellschafts- tanz etablieren.

Er wird eng verbunden mit Flappern und Speakeasy-Lokalen. Dort tanzten Frauen, alleine oder zusammen, um sich über die Alkohol- prohibition der USA zu mokieren. Dies führte dazu, dass der Tanz im Allgemeinen als provokativ und unsittlich galt.

Eine Tanzbeschreibung von 1925 führt an: "Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Auch die Hände sind aktiv, sie berühren alle Teile des Körpers wie in Ekstase. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine, damit verbunden die nach auẞen und innen gedrehten Knie und Füße. Der Tänzer kann seinen Rücken beugen oder gar in Hockstellung gehen."

Der Charleston ist dabei ein extrem schneller Tanz, bei 50/75 Takten pro Minute ist schon etwas Übung geboten. Ein Wiener Walzer hat bis zu 60, was schon schnell ist. Gewöhnliche Tänze sind so bei 30/50 Takte pro Minute zu finden. Grundlage für diesen Tanz sind isolierte Bewegungen. Das bedeutet, dass man in der Lage ist, einzelne Körperteile, wie die Arme und Beine, getrennt voneinander bewegen zu können. Rudern mit den Armen und X/O-Kombinationen mit den Beinen sind typisch für den Charleston. Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 konnten sich viele die Abendveranstal- tungen nicht mehr leisten und der Tanz verschwand langsam wieder.

Der Lindy Hop hat viele Elemente des Charleston übernommen. Eine geringfügig abgeänderte Tanzform des Charleston wurde in den 30er und 40er zu Swing Musik getanzt. Sie hat viele Namen, am bekanntesten: Lindy Charleston, Savoy Charleston, 30s or 40s Charleston und Swing(ing) Charleston.

Quelle: Wikipedia

Charleston damals ...

Solo Charleston heute ...

Balboa

Balboa

Balboa ist ein Paartanz, der erstmals in den 1930er- und 1940er- Jahren in Mode war und sich auch heutzutage wieder einiger Beliebtheit erfreut; so ist er auf vielen regulären Swing- und Boogie-Camps fester Bestandteil im Programm.
Ursprünglich wurde Balboa in meist 8 Zählzeiten (8-Count) in geschlossener Tanzhaltung getanzt und war durch trickreiche Fußarbeit gekennzeichnet.
Balboa ist vor allem ideal bei voller Tanzfläche und macht Tanzen auf schnelle Musik besonders leicht, funktioniert aber auch bei langsameren Tempi. Bereichert um Drehungen, wie bei Boogie und Swing, wird Balboa zum Bal-Swing und besonders abwechslungsreich. Benannt ist der Tanz nach der Balboa-Halbinsel in Newport Beach (Kalifornien), wo er entwickelt wurde.

Balboa hat 2 Grundformen:

Pure Balboa: Diese Version der Balboas wird sehr eng und mit viel Variation der Schritttechnik getanzt. Die Hauptschritttechniken beinhalten den single-time Balboa, double-time Balboa und triple- time Balboa.

Bal Swing: In dieser Form öffnet das Paar die sehr enge Tanzhaltung, um Drehungen und Spins zu tanzen. Nach einer Figur kommt man wieder in die enge Haltung, d.h. wieder in die Pure Balboa Form.

Die Tänzer stehen sehr eng zusammen und berühren sich teilweise von der Hüfte bis zur Schulter. Diese Haltung macht es sehr einfach mit dem Körper zu führen und ermöglicht sehr schnelle Drehungen und Figuren. Die Füße bleiben weitestgehend unter dem Körper, ausladende Bewegungen sind selten.
Das Tanzen erfolgt weitestgehend stationär, d.h. das Paar bewegt sich kaum vom Platz. Für Zuschauer ist oft nur die Fußarbeit und die Drehungen zu sehen, für die Tanzenden ist die Führung über kleine Gewichtswechsel und die Spannung aus der die Drehungen entstehen das Interessante. Daher wird Balboa gerne als ein "Tanz für Tänzer" und nicht als "Tanz für Zuschauer" bezeichnet.
Durch die kleinen, stationären Bewegungen kann Balboa auch noch auf sehr schnelle Musik getanzt werden, außerdem braucht er sehr wenig Platz. Bei langsamer Musik werden dann oft Elemente aus anderen Swing-Tänzen eingebaut, die raumgreifender werden.

Quelle: Wikipedia

Collegiate Shag

Collegiate Shag

Der Collegiate (oder auch nur "Shag" benannt) ist ein Swing-Tanz aus den 1930er und 1940er Jahren basierend auf frühen Formen des Foxtrott. Heutzutage wird der Shag wieder von Swing-Tanz-Anhängern studiert und getanzt, oft in Kombination mit anderen Swing-Tänzen wie dem Lindy Hop und Balboa.

Charakteristisch für Shag (genauer gesagt "Double-Time Collegiate Shag") ist der Rhythmus slow - slow - quick - quick (auf 6 Takt-schläge), wobei oftmals in sehr enger Paartanzhaltung getanzt wird. Dabei bleibt der Oberkörper weitgehend ruhig, die Führungshand wird meist nach oben oder unten gestreckt (nicht wie im "klassischen" Gesellschaftstanz zur Seite), während die Beine schnelle und zum Teil auch ausladende Bewegungen durchführen. Slow bezieht sich dabei auf den Gewichtswechsel in 2 Taktschlägen, typischerweise werden mit den Beinen trotzdem zwei Bewegungen ausgeführt, beispielsweise Step - Hop (ein mal mit Gewichtswechsel, ein mal ohne auf demselben Bein). Gerade bei schnellem Tempo müssen die Bewegungen dabei aber durchaus klein werden. Eine der auffallendsten Figuren aus dem Shag sind die Sailor Steps bei denen die Beine auffällig große seitliche Bewegungen ("Schritte") durchführen, das Tanzpaar aber stationär und teilweise sogar in geschlossener Tanzhaltung bleibt.

Man muss unterscheiden zwischen - Collegiate Shag, - Carolina Shag sowie - St. Louis Shag (verwandt mit dem Charleston) denn diese variieren erheblich, und haben fast nur den Namen (vermutlich aus demselben Slang-Ausdruck entstanden), die Zeit und die Musik (Swing) gemeinsam.

Quelle: Wikipedia

Swing Line Dances / Authentic Jazz

Die Social Dance-Kultur der Swingszene hat einige berühmte Swing Line Dances etabliert, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen. The Shim Sham, Tranky Doo und The Big Apple Routine gehören zu diezen Tänzen. Sobald die Songs zu diesen Line Choreos auf der Tanzfläche erklingen, stürzen sich alle Tänzer*innen darauf, um gemeinsam diese Klassiker zu tanzen.

 

"Through improvisation, jazz teaches you about yourself. And through swing, it teaches you that other people are individuals too. It teaches you how to coordinate with them." --Wynton Marsalis